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Freitag | 26. Mai 2017

Geschichte des Hofes



Die Geschichte des Schulzenhofes zu Kump lässt sich bis auf das Jahr 1298 zurückverfolgen.

 

Damals verkaufte Eberhard von Werne ihn als Erbgut an das Zisterzienserinnenkloster in Fröndenberg und unterstellte es somit dem Fröndenberger Hofrecht und der Wachzinsigkeit. Die Wachzinsigkeit bedeutete, dass jede auf einem Fröndenberger Hofe geborene und in das Hofrecht aufgenommene Person jährlich einen Wachzins an das zuständige Kloster zahlte.

 

Der Schulze zu Kump wie auch die Bauern der Umgebung waren somit zehntpflichtig. Der Schulte oder auch Schultheiß hatte die Aufgabe, den zehnten Teil aller seiner Erzeugnisse wie auch die der umliegenden Bauern in seiner Zehntscheune zu sammeln und an das Kloster zu Fröndenberg weiterzuleiten. Als Entgelt für diese Dienste wurden dem Schulzen zu Kump Anrecht auf ein gemeinsam zu nutzendes Weideland, die Almende, gewährleistet. Da auch andere Bauern diese Weide nutzen durften und das Vieh gemeinsam getrieben wurde, markierten die Bauern mit den Hofmarken, die auch für andere Zwecke, wie Unterschrift und sonstige Markierung genutzt wurden.

Die Hofmarke des Schulzen zu Kump war eine Rune. Obwohl sie mit Änderung der Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse ihre eigentliche Bedeutung verlor, fand sie sich als Vorlage im Hofwappen wieder. Das Hofwappen ist im alten Wohnhaus von 1747 an der Stuckdecke wie auch an den äußeren Inschriften und am Giebel des 1885 erbauten Herrenhauses heute noch zu sehen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof verwüstet. Pest, Hungersnot und feindliche Truppenverbände dezimierten die ansässige Bevölkerung.

 

1662 konnte der Hof wieder aufgebaut werden und wurde von Backhaus aus Ergste als Schulzenhof weitergeführt. Wie früher auf westfälischen Höfen üblich, übernahm er den Namen des Hofes und wurde so zu Backhaus genannt Schulze Kump.

1806 drang Napoleon Bonaparte mit seinen Truppen in die Gegend vor. Die Landbevölkerung war verpflichetet, Quartiere und Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. 1809 verfügte Napoleon laut Dekret vom 11. Januar die Abschaffung der Leibeigenschaft. Im Zuge der Säkularisierung war es möglich, die Abhängigkeit vom Kloster Fröndenberg zu beenden. Für 5000 Reichstaler erwarb der Schulze zu Kump den Schulzenhof als Eigentum.

Im darauf folgenden Befreiungskrieg der Preußen und Briten gegen Frankreich nahm das Gut Kump eine kleine Rolle ein. Überlieferungen zufolge kehrte Generalfeldmarschall Blücher mit seinen Truppen 1805 hier ein und spielte mit Heinrich Adam Schulte-Kump Karten, während er von Wellington bereits auf der anderen Rheinseite erwartet wurde.

In der Neujahrsnacht setzte er aber doch noch auf die andere Rheinseite über. 1885 wurde das Herrenhaus von Carl Wilms-Schulze Kump erbaut. In den vorausgehenden Generationen wurden viele Todesfälle durch Tuberkulose beklagt.

Das Haus wurde daher mit großen Fenstern und einer Deckenhöhe von 3,75 m ausgestattet. Die beiden Weltkriege verschonten die Gebäude des Hofes weitgehend bis auf Plünderung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch Gemüse angebaut und der Hof beschäftigte 15 ständige Kräfte, wovon vier verheiratet waren und mit ihren Familien vom Hof in zugehörigen Wohnungen lebten. 1945 bot das Haus 45 Flüchtlingen Unterkunft. Ab 1960 wanderten viele Beschäftigte zur Industrie ab, und die großen Fortschritte in der Technik machten Hilfskräfte entbehrlich.

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